Im Licht Venedigs : Spiegelinstallation

Während der Biennale 2026 haben zahlreiche Besucher:innen meine Ausstellung Dal cielo alla terra! Vom Himmel zur Erde! gesehen. Das Besondere: nicht nur meine foto-dokumentarische Arbeit zu den Zisternen, den Vere da Pozzo, wurde im Palazzo Albrizzi-Capello präsentiert, sondern auch meine Spiegelinstallation.

Künstlerisch greife ich das Prinzip der historischen Zisterne, dem Vere da Pozzo, selbst auf. Die Speicherung des Regenwassers des Himmels und die Nutzbarmachung für Erde und Mensch. Mit den Fotoarbeiten, den Worten, dokumentierte ich und die Spiegelarbeiten übersetzen dieses Prinzip auf visueller Ebene – Licht statt Wasser – gespeichert und weitergegeben.

Die Wahl des Spiegels als Medium ist keine zufällige: Wie die Vere da Pozzo hat auch die venezianische Spiegeltechnik ihren Ursprung in der Region – beide Traditionen wurzeln im Mittelalter, wenn auch mit deutlichem zeitlichen Abstand zueinander. So verbindet die Installation zwei Errungenschaften desselben Ortes: Venedig.

Präzise positioniert, fingen die Spiegel das wechselnde Tageslicht ein und lenkten es in choreografierten Bahnen durch den Raum und Garten – mal als scharfer Reflex, mal als weiches, diffuses Glimmern.

Jede Achse folgte einer bewussten Linie: vom Zenit des Himmels hinab zur historischen Substanz des Ortes, sodass Oben und Unten, in einen stillen Dialog traten.

Im Zentrum stand der verhüllte Vera da Pozzo, gehüllt in einen feinen, weißen Verband,  – eine zweite Haut, durchscheinend und schützend zugleich. Die in diesen Verband eingearbeiteten Spiegel setzten die Verbindung von Himmel und Erde unmittelbar am Objekt fort und ermöglichten den Besucher:innen, täglich neue Ansichten, Farben und Bewegungen zu entdecken.

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